Pressebericht zum 3. Spieltag

Ede van der Saar gegen FC Unkraut 8:1

Der Blockspieltag verlief friedlich in der ganzen Stadt. In der ganzen Stadt? Nein! Eine unbeugsame Bande von Unkraut Ultras zog sichtlich verärgert vom Spielfeld. Ein Spur der Vernichtung hinter sich ziehend hatten sie es auf die orange-farbenen Mannschaftsunterhosen in der Tasche vom Zeugwart „Brauni Streifen“ (Name von der Redaktion geändert) abgesehen. Nur ein rechtzeitiges Ablenkungsmanöver der Stadionsicherheitssonderbeauftragten, welches mit einem Kran und einer Kiste Bier durchgeführt wurde, konnte Schlimmeres verhindern. Doch was war passiert?
Eine eingehende Untersuchung gab brisante Details Preis und somit kann das Spiel gegen Ede van der Saar keineswegs unkommentiert gelassen werden, denn der Spielbericht der Oranjes verschweigt die Ursache für die Ausschreitungen. Also hören wir doch erst mal die Stellungnahme der Unkraut Ultras:

„Nun, es ist zwar hinlänglich bekannt, dass die Siegermächte Geschichte schreiben und bestimmen wie die Geschichte auszusehen hat, aber die Wahrheit kann im Informationszeitalter von heute kaum noch unterdrückt werden, auch wenn die Pläne für Web-Zensur bereits in der Schublade liegen. Die Bundeswehr führt keinen Krieg in Afghanistan? Die Terroristen wohnen auf deinem Dachboden? Klar, und Ede van der Saar ist die fairste Mannschaft der Liga…
Uns ist zu Ohren gekommen, dass die Oranjes die bescheidene Bitte unseres Teams, 2 Auswechselspieler aus den Reihen unserer Genossen vom Roten Stern zu rekrutieren, aus noch nicht mitgeteilten Gründen abgeschlagen haben. Haben sie das Recht dazu? Ja. Finden wir das in Ordnung? Nein. Wie weit soll man denn noch gehen? Spielerpässe für die Bunte Liga? Dopingkontrollen? Kameraüberwachung des Stadions? Alkoholfreies Bier?
Das Thema mit Aushilfsspielern ist ja bereits schon mal debattiert worden. Das Ergebnis? Der Ede (Ersatz-)Tormann hurt durch die halbe Liga. Beim Spiel Roter Stern gegen WSG (letzte Saison) tummelten drei(!) Aushilfsspieler durch die Reihen der Sterne. Und nach welchen Regeln läuft das? Na? Es gibt keine. Somit heißt es Bahn frei für erfolgsorientierte Kommerzvereine. Hätte FCUK mit zwei statt einem Aushilfsspieler vom letztjährigen Tabellendrittletzten das Spiel gewinnen können? 2 Stammspieler im KZ, 3 Promille Restalkohol auf dem Spielfeld. Wohl eher nicht. Nun, Angst isst die Seele auf, Ede hatte die Hosen voll. Hiermit machen wir also ausdrücklich auf den mangelnden Fairnessgeist in der Liga aufmerksam und hoffen, dass Funktionäre das Thema Fairness beim nächsten Stammtisch auf den Tisch bringen. Bis auf weiteres werden wir also „FC Bayern Oranje“ mit unseren Schmährufen aus dem A-Block beschallen, denn ihr solltet wissen, dass „Wer Unkraut jätet, wird Sturm ernten!“.

Gegen Faschismus, gegen Kapitalismus, gegen Ede van der Saar!

Gez.

Die Anti Oranje Fraktion“

Weder Geschäftsführung noch Spieler des FC Ukraut waren zu einem Interview bereit, da die spielerische Leistung bei der „historischen Niederlage“ einen Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte darstellte und ein Straftrainingslager in der Wüste angeordnet wurde. Ein kurzer Kommentar vom Starspieler David konnte jedoch abgerungen werden: „Ich fand das Verhalten von Ede van der Saar auch nicht gut, aber diese anarchistischen Ultras mit ihrer billigen Polemik lassen uns wie schlechte Verlierer dastehen. Und das sind wir ganz sicher nicht.“. Eine weitere Stellungnahme bekamen wir noch schließlich vom Mannschaftsschuhbindemeister Mr. Fuck: „Diese bittere Niederlage mag uns zwar in unseren Ambitionen beschnitten haben, aber Fans können sich auf uns verlassen, da wir hart an unseren Schwächen arbeiten und bekanntermaßen wächst Unkraut trotz aller Vernichtungsversuche schneller nach als Anderen lieb ist“. Er muss es wissen, also können wir gespannt auf das nächste Spiel gegen Soccer Juniors, wobei wir noch unbedingt vom Teamarzt Dr. Schlauch erfahren wollten, wie es denn nun dem Zauberfuß des Stürmers geht: „Nun ja, eine genaue Diagnose steht noch nicht fest, da muss ich mich erst mit meinem Kollegen, dem Mannschaftsapotheker Mr. Bier beraten. Die Schmerzen behandeln wir zunächst mit einem Trichter pro halbe Stunde und beobachten wie sich der Zustand bessert.“ Bis auf weiteres hoffen wir also, dass er bald wieder gesund ist und wünschen gute Genesung.